Die Nutzung von interaktiven Videos in Bibliotheken

Autorinnen: Tanja Hoogestraat und Heike Goebel

Beim Surfen im Internet sind wir es gewohnt, eigenständig durch Klicken und Scrollen zu navigieren. Wir bestimmen selbst, welche Treffer bei einer Recherche relevant sind und welche Teile von Websites interessant erscheinen. Wenn jedoch ein Video aufgerufen wird, entwickeln wir uns häufig zu passiven Zuschauern.

Bei interaktiven Videos ist das nicht der Fall! So können zum Beispiel verschiedene Teile des Videos in individueller Reihenfolge oder weiterführende Inhalte durch Verlinkungen aufgerufen werden. Auch zusätzliche Elemente, wie Quizfragen sind möglich.1 Doch wie können Bibliotheken dieses Format für ihre Nutzer*innen einsetzen?

Übersicht

    1. Interaktive Videos in wissenschaftlichen Bibliotheken
    2. Interaktive Videos in öffentlichen Bibliotheken
    3. Abschlussquiz
    4. Quellen

Interaktive Videos in wissenschaftlichen Bibliotheken

Wissenschaftliche Bibliotheken richten ihren Bestand vor allem auf das wissenschaftliche Studium und die Forschung aus. Die Benutzer setzen sich vorwiegend aus Studierenden und Wissenschaftlern zusammen.2 Hier besteht ein großes Interesse an digitalen Lehrangeboten in den Bereichen:

    • Bibliotheksführungen
    • Suchstrategien für das Internet
    • fachspezifische Suchstrategien
    • Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten3

Interaktive Videos sind ein wichtiger Bestandteil des E-Learnings für Studierende, aber auch für anderweitig Interessierte. Die interaktiven Elemente helfen dabei, das Wissen zu erproben und Defizite selbstständig festzustellen.4 Ein Beispiel liefert die Bibliothek Wirtschaft & Management der TU Berlin, welche eine interaktive Bibliothekstour (Einloggen als Gast mit dem Passwort: DBWM) zur Verfügung stellt, um den Studierenden die Bibliothek auf elektronische Weise näher zu bringen.

Interaktive Videos in öffentlichen Bibliotheken

In öffentlichen Bibliotheken können interaktive Videos ebenfalls für Rechercheschulungen oder Bibliotheksführungen genutzt werden. Die Zielgruppen sind jedoch andere. So richten sich Angebote einer Stadtbibliothek an verschiedene Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise an Schulkinder. Deshalb sollten auch interaktive Videos der Büchereien auf diese ausgerichtet und verständlich für sie sein. Folgendes Video erklärt den booleschen Operator UND anhand von einfachen Beispielen:

Erklärvideo zum booleschen Operator UND5

Allerdings enthält das Video keine interaktiven Elemente. Möglichkeiten, diese durch h5p oder andere Tools einzubinden, könnten sein:

    • Zuordnung der grünen Häkchen und roten Kreuze zu den Eigenschaften der Autos
    • Ja/Nein-Fragen oder Multiple Choice, welche Autos zur Anfrage passen
    • Weiterführende Kapitel zu OR oder NOT als Pfad mit Auswahlmöglichkeit integrieren

Bibliotheksführungen durch Rallyes

Anstelle von Bibliotheksführungen können Rallyes konzipiert werden, in denen auch Videos integriert sind. Dafür kann die Anwendung Actionbound genutzt werden, mit der eine Art Schnitzeljagd und das Sammeln von Punkten möglich ist.6 Es können beispielsweise Bounds mit Erklärvideos und anschließenden Aufgaben innerhalb der Bücherei eingebunden werden.7

Das entspricht zwar nicht einem interaktiven Video an sich, hat aber den gleichen Effekt: Es wird sich aktiv mit den Inhalten auseinandergesetzt und die Teilnehmenden können gleichzeitig ihr Wissen überprüfen.

Abschlussquiz

Überprüfen Sie hier Ihr Wissen über den Beitrag. Viel Spaß!

Quellen

1 Lehner, Franz (2011): Interaktive Videos als neues Medium für das eLearning. HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik Jg. 48, H. 1, S. 51-62. Online unter https://doi.org/10.1007/BF03340549 [Abruf am 28.01.2022]

2 Gantert, Klaus (2016): Bibliothekarisches Grundwissen. 9., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter Saur. Online unter https://doi.org/10.1515/9783110321500 [E Book]

3 Laczny, Joachim (2018): E-Tutorials zur Nutzerschulung in Bibliotheken: Stand der Technik und Trends. In: Hermann, Martin; Apel, Joachim (Hg.): Perspektive Bibliothek, Jg. 7, Nr. 2, S. 111-143. Online unter https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bibliothek/article/view/57961/pdf [Abruf am 27.01.2022]

4 Schlottke, Natalie (2021): Die Anwendung des Modells „Komplexitätsstufen von aktivierenden Lernressourcen“ auf die Förderung von Informationskompetenz in deutschen Hochschulbibliotheken. Brake (Unterweser). Online unter https://doi.org/10.25968/opus-1856 [Bachelorarbeit]

5 Reckling-Freitag, Kathrin (2014): Erklärvideo zu „Boole’schen Operatoren“ oder „logischen Verknüpfungen“. Video publiziert von ZwischenSeiten-TV am 14.09.2014 auf YouTube. Online unter https://zwischenseiten.com/2014/09/14/erklarvideo-zu-booleschen-operatoren-oder-logischen-verknupfungen/ [Abruf am 28.01.2022]

6 Nachtwey, Frank (2017): Bibliotheken und mobiles Lernen. Neue Services zur Wissensvermittlung. In: Thissen, Frank (Hg.): Lernen in virtuellen Räumen. Perspektiven des mobilen Lernens. Berlin, Boston: De Gruyter Saur, (Lernwelten) S. 110-124. Online unter https://doi.org/10.1515/9783110501131-008 [E-Book]

7 Zwick, Simon; Lengler, Cynthia; Hamer, Ilka; Güzelmeriç, Annette; Schatz, Eugenie; Wiethoff, Dörthe; Küpper, Florian; Deeg, Christoph (2016): Die Bibliothek spielerisch entdecken mit der Lern-App Actionbound. In: Bibliothek Forschung und Praxis, Jg. 40, Nr. 1, S. 50–63. Online unter https://doi.org/10.1515/bfp-2016-0005

Beitragsbild: Photo by cottonbro on Pexels

Bild 1: Photo by John Schnobrich on Unsplash

Bild 2: Photo by Guzel Maksutova on Unsplash

Bild 3: Photo by Redd on Unsplash

Digitale Leseräume als neuer Ort des Zusammenkommens

Autorinnen: Janina Kuhn und Tanja Masche

Inhalt

Vom digitalen Lesesaal zum virtuellen Begegnungsort
Ein digitaler Raum mit Wonder
Was kann Wonder?
Mit WorkAdventure einen Schritt weiter gehen
Was kostet WorkAdventure?
WorkAdventure in der Bibliothek
Fazit
Quellen und Verweise

Die digitale Transformation ist ein stetiger Wandlungsprozess, die in allen Lebensbereichen stattfindet. Im öffentlichen Leben, im Beruf und im privaten Umfeld schreitet die Digitalisierung voran und macht damit auch vor Bibliotheken nicht Halt.

Vom digitalen Lesesaal zum virtuellen Begegnungsort

Bereits seit längerer Zeit haben Bibliotheken sogenannte digitale Lesesäle in ihrem Angebot. Hinter dem Begriff versteckt sich noch häufig ein Konzept, das den Online-Zugang zu digitalen Medien einer Einrichtung ermöglicht. Ein Beispiel dafür ist der digitale Lesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Bei internetaffinen Bibliotheksnutzer*innen und Digital Natives weckt der Begriff des digitalen Lesesaals allerdings andere Erwartungen.

Durch die Lockdowns im Zuge der Covid-19-Pandemie erkannten viele Bibliotheken die Chance das Konzept des „Dritten Orts” auf eine digitale Ebene zu verpflanzen. Diese Räume sind mehr als ein Zugang zu digitalen Medien. Sie bieten die Möglichkeit zur Begegnung und zum interaktiven Austausch abseits der analogen Welt.

Ein digitaler Raum mit Wonder

Die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn gestaltete mit dem browserbasierten Konferenztool Wonder einen digitalen Raum, um mit ihren Nutzer*innen in Kontakt zu treten. Interessierte konnten sich zwischen thematisch gekennzeichneten „Areas“, wie z.B. einer bibliothekarischen Auskunft oder Gruppenräumen, hin und her bewegen und sich flexibel Gesprächsgruppen anschließen, als wären sie vor Ort.

Was kann Wonder?

Wonder ist nach eigener Aussage eine Plattform zum Hosten von Online-Events. Das kostenlose, browserbasierte Tool ermöglicht Usern neben Videokonferenzen das freie Bewegen im Raum. Wer sein Icon auf das Icon einer anderen Person zubewegt, kann so spontan und flexibel in eine Unterhaltung in Form von Voice- oder Videochats einsteigen. Diese Gruppierungen werden bei Wonder „Circles” genannt.

Als Host des digitalen Raums kann man über eine überschaubare Anzahl von Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten verfügen. Im Spaceeditor können beliebig viele „Areas” erstellt und benannt, das Hintergrundbild des Raums geändert, oder die maximale Teilnehmer*innenzahl eines „Circles” festgelegt werden. Zusätzlich lässt sich eine Ice-Breaker-Frage einrichten, die alle Personen, die den Raum betreten, beantworten müssen. Die Broadcastfunktion ermöglicht es, eine Übertragung von Bild und Ton an alle anwesenden Personen zu senden und es können Co-Hosts ernannt werden.

Durch die browserbasierte Umsetzung und den schnellen Anmeldeprozess ist Wonder für viele Bibliotheksbesucher*innen einfach und niedrigschwellig nutzbar. Die Broadcast-Funktion ermöglicht es außerdem, größere Veranstaltungen wie Lesungen oder Schulungen durchzuführen. Kolleg*innen können ohne Probleme zu Co-Hosts ernannt werden. Darüber hinaus ist ein hervorstechendes Merkmal, dass das Tool kostenlos ist. Eine kleine Einschränkung ist, dass die Anwendung nicht tablet- oder smartphonefähig ist. Auch sind die gestalterischen Möglichkeiten, was die Individualisierbarkeit des Raums angeht, stark begrenzt.

Mit WorkAdventure einen Schritt weiter gehen

Mit Tools wie WorkAdventure kann noch ein Schritt weiter gegangen werden. Hier bietet sich die Möglichkeit, digitale Räume zu erschaffen, die ihr analoges Gegenstück nachahmen und repräsentieren können. Diese Welt lässt sich von Besucher*innen mit Hilfe eines persönlichen Avatars erkunden.

WorkAdventure kann ein virtuelles Büro, ein virtueller Campus, oder eine virtuelle Messehalle sein. Zur Gestaltung des digitalen Raums kann aus einer Vielzahl vorgefertigter Maps mit unterschiedlichen Eigenschaften gewählt werden. Je nach Map ist der Raum für eine Teilnehmer*innenzahl zwischen 10 und 500 Personen ausgelegt. Wer etwas mehr Zeit investieren will und sich mit dem 2D Level-Editor Tiled auseinandersetzt, kann seinen Raum komplett selbst designen. Dabei ist es auch möglich, Schnittstellen zu externen Features im Raum zu verankern. Ein Beispiel: Im virtuellen Raum liegt ein Brettspiel auf einem Tisch. Zwei Avatare treten an den Tisch heran und werden zu einem externen Browsergame weitergeleitet, in dem sie gegeneinander spielen können.

Wer eine vorgefertigte Map nutzt, findet dort unterschiedliche, bereits eingerichtete Zonen vor. Wer mit seinem Avatar, dem sogenannten „WOKA”, einen Gruppenraum betritt, bekommt z.B. das Angebot, durch Drücken der Leertaste einer Videokonferenz beizutreten. Videocalls können jedoch genauso gut eröffnet werden, indem man sich dicht zum „WOKA” einer anderen Person stellt.

Was kostet WorkAdventure?

WorkAdventure unterscheidet zwischen einer kostenlosen und einer Premiumversion. Mit der kostenlosen Version von WorkAdventure ist die zeitgleiche Nutzung einer Map auf
25 Personen begrenzt. Videokonferenzen innerhalb der Map haben eine Obergrenze von 15 Personen. Es können vorgefertigte oder eigene Maps genutzt werden. „WOKAs” können auch in der freien Version zu einem gewissen Grad individualisiert werden.

Die Premiumversion ermöglicht zusätzlich ein Zugriffsmanagement, das Ernennen von Moderator*innen, das Versenden globaler Nachrichten, das Aufzeichnen von Meetings und eine Google-Kalender-Integration. Leider verfügt WorkAdventure über keine Funktion, mit der Videobroadcasts an alle Teilnehmer*innen einer Map ausgestrahlt werden können.

WorkAdventure in der Bibliothek

Für Bibliotheken könnte es von Nachteil sein, dass die für sie besonders relevanten Features, wie z.B. eine kurzfristig sehr hohe Teilnehmer*innenzahl, mit der Preiskalkulation von WorkAdventure nicht vereinbar ist. Für manche Bibliotheksbenutzer*innen könnte auch die Hemmschwelle, einen digitalen Raum mit einem Avatar zu betreten, zu hoch sein. Für manche Nutzer*innen sind es aber vielleicht besonders die speziellen Eigenschaften von WorkAdventure, durch die ihre Erwartungen erfüllt werden.

Fazit

Das Projekt Wonder in der ULB Bonn ist inzwischen aufgrund geringer Nutzungszahlen eingestellt worden. Warum das Interesse trotz guter Features gering war, ist unklar. Möglicherweise kann auch der ideale digitale Raum den ersehnten analogen Raum nicht ersetzen. Vielleicht konnte Wonder auch die Erwartungen einer internetaffinen Generation an eine digitale Umgebung nicht erfüllen.  

Idealer wäre wohl eine digitale Lösung, die besonders in Zeiten der pandemischen Isolation ein Abtauchen in eine alternative Wirklichkeit ermöglicht, die neues aber gleichzeitig reales Zusammenkommen gestattet. Bibliotheken könnten Initiatoren eines solchen neu gedachten „Dritten Raums” sein. WorkAdventure macht einen kleinen Schritt in diese Richtung. 

Quellen und Verweise

  1. Österreichische Nationalbibliothek: Ihr Zugang zu den digitalen Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek. Online verfügbar unter https://www.onb.ac.at/digitaler-lesesaal, zuletzt geprüft am 29.01.2022.
  2. Thorbjørn Lindeijer: Map Editor Tiled. Online verfügbar unter https://www.mapeditor.org/, zuletzt geprüft am 29.01.2022.
  3. ULB Bonn: Gemeinsam lernen und arbeiten im virtuellen Lesesaal der ULB Bonn. Online verfügbar unter https://www.khi.uni-bonn.de/de/textdokumente/bibliothek/Virtueller%20Lesesaal%20ULB.pdf, zuletzt geprüft am 28.02.2022.
  4. Wonder Technologies GmbH: Wonder. Online verfügbar unter https://wonder.me/, zuletzt geprüft am 29.01.2022.
  5. WorkAdventure: WorkAdventure. Pricing. Online verfügbar unter https://workadventu.re/pricing, zuletzt geprüft am 29.01.2022.
  6. WorkAdventure: WorkAdventure. Online verfügbar unter https://workadventu.re/, zuletzt geprüft am 29.01.2022.
  7. WorkAdventure: WorkAdventure. FAQ. Online verfügbar unter https://workadventu.re/faq, zuletzt geprüft am 29.01.2022.

Die Website ist die Bibliothek

Autorinnen:  Svenja Diste und Julia Rasek


Inhaltsverzeichnis

Retro ist wieder in? Nicht bei Websites.

Welche Bibliothek kennt es nicht? Die Website wurde vor 20 Jahren erstellt und seither nicht mehr überarbeitet – und das sieht man ihr auch an. So ganz stimmt das natürlich nicht, es kommen schließlich regelmäßig neue Unterseiten für jede neue Dienstleistung, jedes neue Projekt und jede neue Datenbank hinzu. Vom Entfernen, wenn es die Datenbank 5 Jahre später gar nicht mehr gibt, war ja nie die Rede…

Es muss also eine neue Website her. Und diesmal richtig! Diesmal achten wir auf eine ordentliche UX! Aber was ist das eigentlich…?

UX steht für „User Experience“. Dabei geht es nicht nur um die Nutzerfreundlichkeit (Usability) während der Nutzung, sondern auch um die Effekte vor und nach dem Besuch der Website. Die Nutzung soll Spaß machen („Joy of Use“), es geht um Ästhetik und Emotionen. [1] Weg vom einfachen Website-Besuch, hin zum Online-Erlebnis! Noch ausführlicher erklärt wird der Begriff UX, und alles, was er beinhaltet, in folgendem Video (Achtung: Appetit auf Pizza vorprogrammiert!):

Wir kennen jetzt also den Unterschied zwischen UX und Usability – oder?

Nun wollen wir unsere neue Website mit unserem dazugewonnenen Wissen neu ausrichten. Bevor wir aber mit dem UX-Design anfangen können, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden.

Schritt 1: Probleme der alten Website analysieren

Seitenbesuche der Enoch Pratt Library. Mehr als 10.000: 2%. Weniger als 5: 55%
Seitenbesuche der Enoch Pratt Library. Grafik nach Zhu (2021).

Um Probleme bei der neuen Website zu vermeiden, müssen erstmal die Probleme der alten Website gefunden werden. Ein gute Methode dafür ist die Nutzung eines Analysetools um ausführliche Statistiken über Page Views, Bounce Rates etc. zu erhalten. Die Enoch Pratt Free Library hat bei dieser Analyse beispielsweise herausgefunden, dass über die Hälfte der Seiten ihrer Internetpräsenz weniger als 5 Besuche pro Jahr erhalten und die am häufigsten besuchten Seiten mit über 10.000 Aufrufen pro Jahr nur 2% der Seiten ausmachen. [2] Keep that in mind – mehr dazu später!

Weitere häufige Probleme sind:

    • mangelnde Aktualität von Inhalten
    • unübersichtliches Design – besonders auf Mobilgeräten
    • schlechte Performance der Website
    • schlechte Benennung von Datenbanken und Angeboten: Weiß jede*r Besucher*in, dass sich hinter dem OPAC der Bibliothekskatalog versteckt?

Schritt 2: Ziele und Zielgruppe

Unsere Zielgruppe ist – besonders im Bereich von öffentlichen Bibliotheken – sehr heterogen. Beispielsweise stellen Jugendliche andere Erwartung an eine Website als Senior*innen und auch die Erfahrungen mit dem Internet sind sehr unterschiedlich.  Daher sollte sich die Seite am schwächsten Glied orientieren und die Bedienung so simpel und eindeutig wie möglich sein. Auch die Digital Natives werden sich hierüber nicht beschweren!

Neben der Zielgruppe ist auch die Zielsetzung der Website wichtig. Was soll überhaupt mit der Bereitstellung erreicht werden? Soll die Seite nur bestehende oder auch potenzielle neue Nutzer*innen ansprechen? Soll die Seite Interaktion ermöglichen? Sollen die Nutzer*innen nur erledigen, wofür sie gekommen sind, oder darüber hinaus positiv überrascht werden und Neues entdecken?

UX Labyrinth mit einem kurzen blauen und einem langen roten Weg
Quelle: https://t2informatik.de

Soll heißen: Wer nur die Öffnungszeiten der Bibliothek herausfinden möchte, nimmt die schnelle blaue Route durch das Labyrinth. Der rote “Umweg” wäre frustrierend. Wer aber gerne Zeit im Labyrinth verbringt, wird auf der roten Route das ein oder andere neue Bibliotheksangebot entdecken. Welcher Weg bietet also die bessere User Experience? Das kann sehr subjektiv sein. Es gilt: Eine gute Usability wird selten explizit wahrgenommen, schlechte Usability hingegen schon. [3]

Schritt 3: Struktur und Design

Jetzt können wir uns endlich der neuen Website widmen. Eine gute Idee ist es, die grundlegende Struktur der Seite durch ein Wireframe darzustellen, bevor im Anschluss das Design – also Logos, Farben, Schriftarten, etc. – implementiert wird.

Unerlässlich für jede Website ist heutzutage ein sogenanntes responsive design, d.h. ein Design, das sich flexibel auf jedes Endgerät einstellt.

„Mobile First“ lautet die Devise! Immerhin ist das Smartphone das meistgenutzte Endgerät zum Surfen, wie Studien zeigen. Daher werden Websites heutzutage für mobile Endgeräte optimiert, Desktop-PCs sind nachrangig. Eine übersichtliche Navigation entsteht hierdurch zwangsläufig.

Quelle: Postbank Digitalstudie 2020

Ebenso selbstverständlich wie ein responsives Design ist die Barrierefreiheit, um beispielsweise Menschen mit Sehbeeinträchtigungen den Besuch der Website zu erleichtern. Inklusion ist eben nicht nur im Bibliotheksgebäude eine Notwendigkeit.

Schritt 4: Inhalt

Mutig sein!

Durch die Analyse zu Beginn haben wir erfahren, welche Inhalte die Nutzer*innen interessieren und vor allem: welche nicht. Und wenn die Seite noch so schön den monatlichen Töpferkreis aus den 90ern beschreibt und damals furchtbar viel Arbeit bei der Erstellung bereitet hat: Wenn es niemanden interessiert, kommt es raus. Die Enoch Pratt Free Library hat z.B. bei ihrem Re-Design mehr als 1000(!) Seiten entfernt (Ihr erinnert euch: Die Seiten, die weniger als 5 Klicks im Jahr hatten). [2]

Die Themen, die die Besucher*innen am meisten interessieren (vermutlich Öffnungszeiten u.ä.) sollten so leicht wie möglich erreichbar sein, gerade auch auf der mobilen Seite. [2]

Ein Weg, um die vielfältigen Informationen für die verschiedenen Zielgruppen gezielt an den Mann (die Frau, das Kind, die Jugendlichen…) zu bringen, können verschiedene Bereiche für die jeweiligen Gruppen sein.

Bereiche für verschiedene Zielgruppen auf der Enoch Pratt Library Website
Bereiche für verschiedene Zielgruppen auf der Enoch Pratt Library Website

In einer Bibliothek geht es nicht nur darum, das zu finden, was man sucht, sondern auch das zu finden, von dem man noch gar nicht wusste, dass man es sucht.

Der Online-Katalog sollte daher auf der Bibliothekswebsite nicht nur in Form eines Links auftauchen, sondern bestenfalls vollständige in die Website integriert sein. In die Bereiche für die einzelnen Zielgruppen können zielgruppengerechte Medienvorschläge direkt eingespeist werden – so wie man in der physischen Bibliothek auch Medien durch Frontalpräsentation besonders bewerben würde.

Apropos bewerben: Jede Bibliothek kennt wahrscheinlich das Problem, dass sie tolle digitale Angebote wie bestimmte Datenbanken vorhält, diese aber kaum genutzt werden. Eventuell kann dies an den nichtssagenden Namen liegen – wer weiß schon, dass sich hinter Overdrive ein ähnlicher Anbieter wie die Onleihe verbirgt? Man kann auch nicht davon ausgehen, dass jeder Nutzer Rosetta Stone gleich mit Sprachen verbindet. Solchen Angeboten klare Namen und Beschreibungen zu geben, kann hier also helfen. 

Schritt 5: Auswertung und Ausblick

Nachdem die Website programmiert, getestet und hoffentlich erfolgreich eingeführt wurde, können die gleichen Statistiken wie vor der Umstellung erhoben werden. Diesmal natürlich mit hoffentlich besseren Zahlen (falls nicht: diesen Beitrag nochmals lesen & umsetzen).

Die Enoch Pratt Free Library konnte z.B. allein seit Einführung der neuen Website im August 2020 bis Ende 2020 die Bounce Rate um 11,25% verringern. Die Besuche auf bestimmten Seiten erhöhten sich um 57% bis 245%. [2]

Und so kann eine erfolgreiche Umarbeitung dann aussehen:

Für die Zukunft ist es wichtig zu beachten: Die Website ist wie der Medienbestand. Auch ihre Inhalte müssen gepflegt, aktuell gehalten und bei Bedarf ausgesondert werden.

Schlusswort:

Die Website der Bibliothek sollte nicht einfach als Website von Bibliothekar*innen für Bibliothekar*innen betrachtet werden, sondern als virtuelle Zweigstelle für die Nutzer*innen der Bibliothek. Wie eingangs bereits getitelt: Die Website soll nicht über die Bibliothek sein, die Website soll die Bibliothek sein.

Mehr zum Thema:

Blenkle, Martin (2014): Amazon & Google als Herausforderung? Nutzerorientierte Gestaltung von Bibliothekswebseiten (PDF)

Quellen:

[1] https://www.usability.de/usability-user-experience.html (aufgerufen am 04.02.2022)

[2] Zhu, Candice (2021): Website Makeover: Transforming the User Experience from Scratch. In: Computer in Libraries Jg. 41, H. 6

[3] https://t2informatik.de/wissen-kompakt/user-experience/ (aufgerufen am 06.02.2022)

Beitragsbild: Image by Gerd Altmann from Pixabay

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H5P in digitalen Lernplattformen

Autorinnen: Lisa Sommer und Leonora Zullufi

Im Gegensatz zum statischen Content wird bei interaktiven Inhalten der dynamische Content herangezogen. Das heißt, dass es nicht nur gewöhnliche Texte zum Lesen gibt oder Bilder nur betrachtet werden. Bei interaktiven Inhalten wird der Benutzer auch aktiv in das Geschehen eingebunden. Dadurch wird die Aufmerksamkeit erregt und gewonnen. Daher steigt auch die Motivation sich mit den Inhalten des jeweiligen Themas auseinanderzusetzen. Doch wie kommen diese interaktiven Inhalte zustande? Dafür ist es wichtig zu verstehen, was H5P ist, was es anbietet und wie es funktioniert.

Was ist H5P?

  • Optimierung Ihrer Website mit H5P
  • Mobilfreundlicher Inhalt
  • Reichhaltige Inhalte teilen
  • Kostenlos zu verwenden
  • Vorteile von H5P

Anwendungsmöglichkeiten

  • Arten der H5P-Einbettung
  • Content Typen

H5P in Moodle einfügen

  • Plug-ins einfügen
  • Erstellen einer H5P Aktivität 



Was ist H5P?

H5P [b]

In den letzten Jahren hat H5P zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Software, die von der Firma Joubel im Jahr 2013 im Auftrag der NDLA (“Norwegian Digital Learning Arena”) entwickelt wurde. Für den Einsatz in (Hoch-)Schulen bietet H5P seit einigen Jahren einen kostenpflichtigen Hosting-Dienst mit zusätzlichen hochwertigen Funktionen an. Diese sind auch für den Einsatz in der Firmenumgebung interessant.

H5P basiert auf modernen Standards wie HTML5, CSS3 und Javascript. Der H5P-Kern ist dabei teils in Javascript, teils in einer Server-spezifischen Programmiersprache wie z. B. PHP geschrieben. Da aber die meisten Funktionalitäten aus Javascript stammen, ist der Teil des H5P-Cores, der portiert werden muss, so klein wie möglich gehalten. H5P kann somit auf unterschiedliche Web-Publishing-Systeme portiert und mit vorhandenen LMS („Lern-Management-Systemen“), wie Moodle, Totara, WordPress oder Drupal, integriert werden. Mittlerweile bieten auch proprietäre LMS, wie etwa Neon LMS, eine H5P-Integration.[1]

Optimierung Ihrer Website mit H5P

H5P macht es einfach, HTML5-Inhalte und -Anwendungen zu erstellen, teilen und wiederverwenden. H5P ermöglicht es jedem, reichhaltige und interaktive Weberlebnisse effizienter zu gestalten– alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Webbrowser und eine Website mit einem H5P-Plug-in.[2]

Mobilfreundlicher Inhalt

H5P-Inhalte sind reaktionsschnell und mobilfreundlich. Das bedeutet, dass Benutzer auf Computern, Smartphones und Tablets dieselben reichhaltigen interaktiven Inhalte erleben.[2]

Reichhaltige Inhalte teilen

H5P ermöglicht es bestehenden CMS und LMS, reichhaltigere Inhalte zu erstellen. Mit H5P können Autoren interaktive Videos, Präsentationen, Spiele, Werbung und mehr erstellen und bearbeiten. Inhalte können importiert und exportiert werden. Zum Anzeigen oder Bearbeiten von H5P-Inhalten wird lediglich ein Webbrowser benötigt. H5P-Inhaltstypen und -Anwendungen werden auf H5P.org geteilt. Sie können auf jeder H5P-fähigen Website wie H5P.com oder Ihrer eigenen Drupal- oder WordPress-Website, mit installiertem H5P-Plug-in, erstellt werden.[2]

Kostenlos zu verwenden

H5P ist eine völlig kostenlose und offene Technologie, lizenziert mit der MIT-Lizenz.  Demos/Downloads, Anleitungen und Dokumentationen sind für Benutzer verfügbar, die der Community beitreten möchten.[2]

 Vorteile von H5P

  • H5P ist kostenlos verfügbar
  • H5P ist eine Open-Source-Software und ein Community-Projekt, – jeder kann mitmachen
  • Keine Programmierkenntnisse notwendig – dank des intuitiven H5P-Editors und der zahlreichen Anleitungen auf H5P.org ist das Erstellen von interaktiven Inhalten kinderleicht
  • Mehr als 40 Inhaltstypen – und es werden ständig mehr
  • H5P Inhalte können mit anderen geteilt und wiederverwendet werden
  • Responsives Design – Interaktionen passen sich allen Endgeräten an

 Anwendungsmöglichkeiten

Arten der H5P-Einbettung

  1. Die erste Möglichkeit, H5P einzubetten ist, indem man den Inhalt auf H5P.com erstellt und ihn direkt in die gewünschte Seite einbettet oder über einen direkten Link darauf zugreift.
    Dafür wird kein LMS benötigt.[3]
  2. H5P.com ist eine SaaS-Lösung (“Software-as-a-Service”), das sind cloudbasierte Anwendungen, die über den Webbrowser aufgerufen werden können.[4]
    Über LTI („Learning-Tools-Interoperability“) können externe Tools, Inhalte und Aktivitäten, die online verfügbar sind, in LMS eingebunden werden. [5]
    Beispiele dafür sind Moodle LTI Integration, Canvas LTI Integration, Brightspace LTI Integration und Blackboard LTI Integration.
    H5P.com kann mit fast allen LMS und Systemen, die LTI unterstützen, verwendet werden.[3]
  3. Wenn man H5P selbst hosten möchte, ist dies durch die Verwendung kostenfreier Plug-ins möglich. Offizielle Plug-ins liegen für Drupal, WordPress, und Moodle vor.
    Es liegen aber von der Community erstellte Plug-ins für weitere Plattformen vor. [3]

Content Typen[6]

Interaktives Video[c]

Erstellen Sie Verzweigungen, um verschiedene Aufgabentypen in Ihre Videos einbauen können.

Drag-and-drop

Drag-and-drop Aufgaben ermöglichen es, Inhalte miteinander in Verbindung zu setzen.

Multiple-Choice-Aufgaben[d]

Multiple-Choice-Aufgaben sind besonders gut zur Verständnis-Kontrolle geeignet.

Interaktive Grafiken[e]

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Grafiken mit H5P interaktiv zu gestalten. Hier sehen Sie die Gegenüberstellung zweier Bilder.


Viele weitere Anwendungen für H5P und die passenden Anleitungen finden Sie unter „Examples and Downloads“.


H5P in Moodle einfügen

Plug-ins einfügen[7]

Anleitung: Plug-ins in Moodle einfügen[f]

Bildergalerie


Erstellen einer H5P-Aktivität

H5P in Moodle

Achtung, dies ist nur möglich, wenn Sie als Administrator oder als Benutzer angemeldet sind, denn zum Erstellen einer H5P-Aktivität müssen Sie die Berechtigung in dem entsprechenden Kurs haben.

Gehen Sie zu dem Kurs, in den Sie einen H5P-Inhalt hinzufügen möchten. Es sollte sich ein Fenster öffnen, in das Sie Aktivitäten oder Ressourcen hinzufügen können. Dort klicken Sie auf den Plus-Button. Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem Sie Aktivitäten oder Ressourcen hinzufügen können. Dort klicken Sie auf „H5P“ in der Kategorie „interaktiver Inhalt“ und fügen diese hinzu. Daraufhin müssen Sie einen Inhaltstypen auswählen, um den H5P-Hub zu öffnen. Sobald sich dieser öffnet, können Sie aus mehreren Inhaltstypen entscheiden, welchen Sie einbauen möchten. Nachdem Sie sich einen ausgesucht haben, rufen Sie ihn auf, wodurch Sie auf die Detailseite des Inhaltstypen gelangen. Dort können Sie die Einzelheiten zu beliebigen Inhaltstypen nachlesen.

Um einen Inhaltstypen zu installieren, müssen Sie rechts daneben auf „Installieren“ klicken. Sobald der Inhaltstyp installiert ist, ist er bereit, eingesetzt zu werden. Sobald Sie nun auf „Verwenden“ klicken, öffnet sich direkt der Editor. Wenn Updates zur Verfügung stehen, werden Sie darüber informiert.

Im H5P-Hub können Sie vorhandene H5P-Inhalte hochladen. Klicken Sie dazu oben auf die Registerkarte „Hochladen“. Sie müssen dann nur noch den Vorgang beenden und Ihre Aktivitäten abspeichern.[7]


Zusammenfassend kann man sagen, dass H5P eine cloudbasierte Anwendung ist, die durch entsprechende Plug-ins in verschiedensten Webseiten integriert werden kann. Dazu zählen auch LMS („Lern-Management-Systeme“).

Lehrende können interaktive Videos, Präsentationen, Spiele und mehr verwenden, um Inhalte zu vermitteln oder übersichtlich darzustellen.  


Literaturverzeichnis

[1] Ravalli, Paulo (2021): Apps für Fachexperten: Betriebliches Lernen mit H5P. Online unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s43443-021-0316-6.pdf [Abruf am 31.01.2022]

[2] H5P: Erstellen, teilen und verwenden Sie interaktive HTML5-Inhalte in Ihrem Browser. Online unter https://h5p.org/ [Abruf am 31.01.2022]

[3] H5P (2022): Integrations. Online unter https://h5p.org/integrations#integrations [Abruf am 31.01.2022]

[4] Beyer, Jakob (2022): SaaS – die anwenderfreundliche Ebene des Cloud-Computings. Zuletzt aktualisiert am 08.04.2019. Online unter https://www.bilendo.de/library/saas-loesung-definition [Abruf am 31.01.2022]

[5] Verdaguer, Júlia (2021): Was ist LTI und wie kann es Ihr Lernökosystem verbessern? Zuletzt aktualisiert am 17.02.2021. Online unter https://moodle.com/de/news/was-ist-lti-und-wie-es-kann-ihr-lern-okosystem-verbessern/ [Abruf am 31.01.2022]

[6] H5P: Examples and Downloads. Online unter https://h5p.org/content-types-and-applications [Abruf am 31.01.2022]

[7] H5P: Set up H5P for Moodle. Online unter https://h5p.org/moodle [Abruf am 31.01.2022]

Bilderquellen

[Beitragsbild] https://eabyas.com/wp-content/uploads/2019/11/H5P-integration.jpg [Abruf am 31.01.2022]

[b] https://d2be3atgmh2lyq.cloudfront.net/wp-content/uploads/2020/07/h5p-hero-image.png [Abruf am 31.01.2022]

[c] https://elements.envato.com/de/asian-working-businesswoman-talk-to-colleagues-tea-BG5CB9U [Abruf am 31.01.2022]

[d] https://www.pexels.com/de-de/foto/selektive-fokusfotografie-von-octopus-3046629/ [Abruf am 20.02.2022] [e] https://www.pexels.com/de-de/foto/architektur-bau-bekannt-beruhmt-149419/ und https://www.pexels.com/de-de/foto/eiffelturm-wahrend-der-nacht-3879071/ [Abruf am 20.02.2022]

[f] https://h5p.org/moodle [Abruf am 31.01.2022]

WT.Social: Eine Alternative zu Facebook & Co.?

Autorin: Maria H. Nguyen Thu


Mit 2,9 Mrd. aktiven Nutzer*innen im Monat1 bestimmt Facebook die Informations- und Kommunikationswege. Kritiker werfen der Plattform seit längerem vor, die Privatsphäre von Benutzer*innen zu verletzen und nicht gegen Falschinformationen vorzugehen.

Auf der Suche nach einer möglichen Alternative stolpert man über WT.Social, eine noch unbekannte Plattform von einem nicht unbekannten Gründer. Was steckt hinter dem Dienst und kann dieser als ernsthafte Konkurrenz zu den gängigen sozialen Netzwerken wahrgenommen werden?

Überblick


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Welcome to a place where advertisers don’t call the shots.
Where your data isn’t packaged up and sold.
Where you – not algorithms – decide what you see.
Where you can directly edit misleading content.
Where bad actors are kicked out and kept out.
Where you actually like spending time.
Welcome to social media the way it should be.
Welcome to WT.Social.

https://wt.social/

Was ist WT.Social?

Im Oktober 2019 veröffentlichte der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales das soziale Netzwerk WT.Social. Anders als Facebook, Instagram oder Twitter, konzentriert sich WT.Social als „News Focused Social Media“ auf aktuelle Nachrichten und berücksichtigt weniger den persönlichen Aspekt. Wales begründet die Entscheidung damit, dass der Anteil an Fake News in den sozialen Medien zugenommen habe. So möchte er ein nachrichtenfokussiertes Netzwerk aufbauen, worin die Menschen sich frei jeglicher Einflussnahme über das aktuelle Geschehen informieren können.

Der Aufbau erinnert grob an eine Mischung aus Facebook und Reddit: es ist möglich, eigene Beiträge zu verfassen, sich mit anderen Personen zu vernetzen und einen persönlichen Feed zu erstellen.

Keine Werbung, Kein Tracking

Versprochen wird nicht nur der absolute Schutz von Privatsphäre und nutzerbezogenen Daten, sondern auch ein werbefreies und ausschließlich über Spendengelder gefördertes soziales Netzwerk, ähnlich wie Wikipedia. Damit gebietet Wales den Werbefinanzierungen Einhalt, deren Sponsoren häufig vorgeben, was die Nutzer*innen auf ihren Profilen sehen.

Schon vor WT.Social gab es mit Ello oder Diaspora den Versuch einer werbefreien sozialen Plattform. Sie konnten sich jedoch gegen die bekannten Social-Media-Dienste nicht durchsetzen und blieben als Nischenwerkzeuge im Verborgenen.2

Funktionsweise

Alle Mitteilungen sind veränderbar

Es gibt eine Eigenschaft, die WT.Social von anderen sozialen Plattformen unterscheidet: die Nutzer*innen sind in der Lage die Beiträge ihrer Mitmenschen zu bearbeiten!
Mit dieser Funktion wird die Handschrift der Muttergesellschaft deutlich. Auch auf Wikipedia kann jeder Artikel von verschiedenen Autor*innen editiert, ergänzt und korrigiert werden.

Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: im Oktober 2020 wurde auf WT.Social ein Link zu einem YouTube-Video geteilt, dessen Inhalt sich eindeutig im Spektrum der Verschwörungstheorien verorten ließ. Weil der Beitrag von jedem angemeldeten Nutzer bearbeitet werden kann, wurde die Meldung einem „Faktencheck“ unterzogen. Nachvollziehbar wird diese Überprüfungsmaßnahme erst mit einem Klick auf den Hinweis Full History rechts vom Beitrag. Hiermit werden frühere Versionen der Mitteilung dokumentiert und aufgezeigt, an welcher Stelle die Nutzer*innen etwas verändert haben.3

Subwikis für Interessen

Wer sich für ein bestimmtes Gebiet interessiert, kann sogenannte Subwikis abonnieren. Subwikis sind gemeinschaftliche Foren, die zum Diskutieren einzelner Themen einladen. Sie reichen von „Fighting misinformation“ (= Falschinformationen bekämpfen) über „Science“ (= Naturwissenschaften) bis hin zu „News about the internet“.4

© Novatrend

Besonderheiten

Auf Twitter und Facebook sind Algorithmen dafür verantwortlich, dass Beiträge im Feed gepusht werden. WT.Social zeigt dagegen – unabhängig von Likes oder Kommentaren – stets die neuesten Mitteilungen als Erste an. Die Einordnung in eine algorithmische Blase soll nicht erfolgen. Gestützt werde dies u.a. durch eine Spenden- statt Werbefinanzierung. Sponsoren üben keinen Einfluss aus und mögliche Falschnachrichten können von der Seite ferngehalten werden.5

Keine Äußerung ist jemals fertig

Für dieses ehrgeizige Ziel trägt hauptsächlich die Community Verantwortung. Hierzu wählte Wales einen radikalen Ansatz. Er transportierte die auf Wikipedia erfolgreiche Methode des Bearbeitens auf die Plattform: jeder Beitrag kann von jedem/jeder Nutzer*in editiert werden. Eigene und fremde Wörter verwachsen miteinander.

Mit der Herangehensweise widerspricht WT.Social dem ursprünglichen Gebot sozialer Medien, dass niemand jemandem reinreden dürfe. Stattdessen sollen in dem Experiment alle Mitglieder*innen dazu angeregt werden, sich vorbildlich zu verhalten und hetzerische Inhalte zu bearbeiten oder gar zu entfernen.

Mögliche Probleme

Zensur?

Die Bearbeitungsfreiheit kann sich als zweischneidiges Schwert erweisen. Während auf anderen sozialen Plattformen jede*r Nutzer*in seine/ihre Gedanken und Vorstellungen ungefiltert präsentieren kann, herrscht auf WT.Social eine „Zensur“ von unten nach oben. Meinungsfreiheit wird hier anders verstanden. Es könnte die Möglichkeit bestehen, dass eine Mitteilung verändert wird, bloß weil es nicht der persönlichen Auffassung eines Nutzers entspricht.

Sortieren?

Nachteilig sind auch die kaum vorhandenen Sortierungsmöglichkeiten. Mittlerweile zählt die Wikipedia-Tochter eine knappe halbe Million Mitglieder*innen. Täglich werden neue Beiträge veröffentlicht, welche sich kaum filtern lassen. Der Überblick geht somit schnell verloren.

Vernetzen?

Ebenfalls ausbaufähig ist die Vernetzungsfunktion. Zwar bietet WT.Social die Option sich mit Familie und Freunden in Verbindung zu setzen, konzentriert sich aber im Allgemeinen auf die News-Features. Für gewöhnlich benutzen wir jedoch soziale Medien gerade wegen der Communities oder um uns zu informieren, was unser Umfeld interessiert und bewegt.

Layout?

Problematisch könnte weiterhin der erste Eindruck sein, den die Plattform vor allem neuen Nutzer*innen verschafft. Mit einer überzeugenden User Experience kann WT.Social nicht punkten. Anders als ihr Vorgänger WikiTribune benutzt das soziale Netzwerk kein WordPress-System, sondern basiert auf einem selbstentwickelten Fundament. Die Optik ist eher gewöhnungsbedürftig und die Benutzeroberfläche schlicht gehalten. Verstärkt wird die Kargheit durch eine hohe Textlastigkeit sowie einen geringen Bildanteil.6

Es kann nur besser werden!

Trotz aller Kritikpunkte wurde das Projekt bewusst als Rohbau herausgebracht. Ganz nach dem Motto von Entwicklern freier Software beabsichtigte Wales eine frühzeitige Veröffentlichung. Von Beginn an würde WT.Social in der Realität getestet werden, um etwaige Anpassungen schnell vornehmen zu können. Da sich das soziale Netzwerk gemeinsam mit seinen Mitglieder*innen entwickeln soll, wären einige Baustellen demnach unvermeidlich.

Ausblick

Mit WT.Social möchte Jimmy Wales in der Social-Media-Landschaft Fuß fassen und diese nachhaltig verändern. Anders als die herkömmlichen sozialen Dienste liegt der Fokus auf dem nachrichtlichen Content. Die Nutzer*innen sollen angeregt werden qualitativen Journalismus zu betreiben und Falschmeldungen zu bearbeiten. Damit die Plattform sich jedoch als Konkurrenz zu Facebook & Co. behaupten kann, müssen zunächst ein paar Voraussetzungen geschaffen werden.

Um sich vom Schatten der Muttergesellschaft zu lösen, müsste WT.Social an ihrem Service und ihrer Benutzeroberfläche arbeiten. Derzeit erinnert das Netzwerk weniger an eine klassische soziale als vielmehr an eine kollaborative Plattform, präsentiert in „a social media way“ – nur dass es sich eben nicht so anfühlt. Eine wichtige Rolle sollten daher auch der Inhalt und die Diskussionen in den Foren spielen.7

Nach knapp anderthalb Jahren kann jedoch noch eine Menge passieren und wohin der Weg letztlich führt, lässt der Gründer offen: „This is a crazy and radical experiment of mine, to which I am happy to say that I do not know all the answers.“

Copyright checkpoll.de Datenschutz bei teilnahme.

Verweise

[1] Statista (2021): Number of monthly active Facebook users worldwide as of 3rd quarter 2021. Online unter: https://www.statista.com/statistics/264810/number-of-monthly-active-facebook-users-worldwide/ [Abruf am 16.11.2021]
[2] Holzki, Larissa (2019): Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales startet Facebook-Konkurrenz ohne Werbung. Online unter: https://app.handelsblatt.com/technik/it-internet/soziale-netzwerke-wikipedia-mitgruender-jimmy-wales-startet-facebook-konkurrenz-ohne-werbung/25252992.html [Abruf am: 23.11.2021]
[3] Bovermann, Philipp (2021): Achtung, an diesem Text wird gebaut!. Online unter: https://www.sueddeutsche.de/digital/jimmy-wales-social-media-facebook-alternative-twitter-1.5173137 [Abruf am: 20.11.2021]
[4] Moreau, Elise (2020): WT Social: What It Is and How to Use It. Online unter: https://www.lifewire.com/wt-social-what-it-is-and-how-to-use-it-4783366 [Abruf am: 20.11.2021]
[5] Affan, Ahmad (2020): WT Social Media by Wikipedia, Wikitribune Social Review: Features and Future?. Online unter: https://www.linkedin.com/pulse/wt-social-media-wikipedia-wikitribune-review-features-ahmad-affan [Abruf am: 02.12.2021]
[6] Polywka, Marlene (2019): „WT:Social“ – was steckt hinter der Facebook-Alternative?. Online unter: https://www.techbook.de/apps/social-media/wtsocial-facebook-alternative [Abruf am: 20.11.2021]
[7] Bacon, Jono (2019): WT.Social is Interesting, But Can It Work? Well, Maybe. Online unter: https://www.forbes.com/sites/jonobacon/2019/11/18/wtsocial-is-interesting-but-can-it-work-well-maybe/ [Abruf am: 30.11.2021]

Quelle – Beitragsbild: https://pixabay.com/de/illustrations/wikipedia-b%c3%bccher-enzyklop%c3%a4die-1802614/
Quelle – Subwiki Bild: https://blog.novatrend.ch/2019/12/02/wp-social-waechst/

QpLuS-IM Projekt „Komm’Se digital lernen“ erfolgreich abgeschlossen

Nach spannenden drei Jahren, die einige Überraschungen bereit hielten, haben wir unser Projekt QpLuS-IM nun beendet.

Einzelheiten zu Ergebnissen und Erkenntnissen findet Ihr im Abschlussbericht des Projekts auf unserem QpLuS-IM Blog:

Erfolgreicher Projektabschluss

Auch eine News auf der HsH-Website fasst es gut zusammen:

Herzlichen Dank an alle Beteiligten und Unterstützer:innen!

Design Thinking: Volle Kreativität voraus

Beitragsbild Design Thinking

Oder: It’s not about the design, it’s about the thinking!

Autorin: Katharina Kroupa 


„Man kann über Design Thinking noch so viel Positives erzählen, die Arbeitsweise und ihre Wirkung erklären: Um sie wirklich zu verstehen, muss man sie selber hautnah miterlebt haben.“

 Marcel Plaum, VP Terminal Development Fraport

Na, macht dich das neugierig zu erfahren, was Design Thinking ist? Du hast den Begriff nun schon öfter gehört, aber noch keine Idee, was dahinter alles steckt?

Dann bist du hier genau richtig! Ich bringe dir in diesem Beitrag die Innovationsmethode Design Thinking näher. Was dich alles erwartet im Überblick:

 

Grundsätze des Design Thinkings

Stell dir vor, du arbeitest – sagen wir mal – in einer großen Bibliothek. Ihr stellt Nutzer:innen Medien zur Verfügung, bietet diverse Dienstleistungen an und außerdem kann man bei euch auch vor Ort arbeiten. Eure Bibliothek wird als Lernort grundsätzlich gern genutzt, aber ihr merkt, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Euer Gebäude ist schon älter, ebenso die Einrichtung und ihr möchtet den Lernraum für eure Nutzer:innen attraktiver gestalten. Und so bildet sich ein Team aus Mitarbeiter:innen, die sich beratschlagen, was einen modernen Lernraum ausmacht. Eine Kollegin schlägt vor, weitere Computer zur Nutzung anzuschaffen, ein anderer ist der Meinung, dass voll ausgestattete Gruppenarbeitsräume her müssen. Und so suchen Bibliotheksmitarbeiter:innen untereinander nach geeigneten Lösungen.

Doch wofür eigentlich? – Na für ein neues Raumkonzept! – Okay…

Aber für wen eigentlich? – Na für die ganzen Benutzer:innen der Bibliothek!

– Ahaaa..! Aber wäre es da nicht sinnvoll, diese Personen erstmal nach ihrer Meinung zu fragen und sie miteinzubeziehen, wenn man doch für genau diese eine Lösung sucht?

Und damit sind wir beim ersten Grundsatz der Design Thinking Methode, der in jeder Phase des Innovationsprozesses zentral ist: Der Mensch als Inspirationsquelle.

Der Gedanke des Design Thinking ist, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung dann richtig gut werden kann, wenn die Bedürfnisse der Zielgruppe richtig ermittelt und bedient werden. Dazu wird diese Zielgruppe aktiv in den Innovationsprozess miteingezogen.[1] Wie das geschieht, erfährst du in weiter unten im Beitrag.

Ein weiterer Grundsatz der Methode ist das Bilden und Zusammenarbeiten innerhalb multidisziplärer Teams. Die Idee hierhinter ist, dass Menschen verschiedener Disziplinen bzw. Fachrichtungen, ihre unterschiedlichen Erfahrungen in den Ideenprozess einbringen und so gemeinsam eine (bessere) Lösung für das Problem finden können. Diversität in Geschlecht, Alter, Fachrichtung ist hier zielführend. Meist bestehen diese Teams aus 4-6 Teilnehmer:innen, den sogenannten Design Thinkers. Noch unerfahrene Teams werden dazu von ein bis zwei Moderator:innen beim Prozess unterstützt.[2]

Die einzelnen Mitglieder multidisziplinärer Teams entwickeln gemeinsam Ideen.
Quelle: giphy

Da bei diesem Zusammenspiel unterschiedlicher Personen schnell das Ziel – nämlich das Finden einer zielgruppenorientierten Lösung – aus den Augen verloren werden kann, ist es wichtig, dabei einem strukturierten Prozess zu folgen.[3] Das bringt uns zum nächsten Inhaltspunkt dieses Beitrags.

Wie läuft der Prozess der Methode ab?

Der Prozess des Design Thinking besteht aus aufeinander folgenden Phasen. Die Phasen bauen aufeinander auf. Erst, wenn eine Phase abgeschlossen ist, kann mit den dabei entstandenen Ergebnissen in der nächsten Phase weitergearbeitet werden.

In allen Phasen ist die Zielgruppe im Fokus. Innerhalb der ersten drei Phasen (Verstehen, Beobachten, Point of View) empathisiert das Team mit der Zielgruppe. Es versucht das zentrale Problem zu verstehen und zu definieren. In den darauffolgenden Phasen (Ideation, Prototyping, Testen) werden Ideen zur Problemlösung gesammelt und konkretisiert. Prototypen werden erstellt und aus Nutzersicht oder von tatsächlichen Nutzer:innen getestet.

Klicke auf die Info-Buttons der verschiedenen Phasen, um Einzelheiten zu erfahren:

Im besten Fall wird dieser Prozess einmal vom Anfang bis zur Entscheidung durchlaufen. Fallen den Testnutzer:innen in der Testphase allerdings Schwachstellen auf oder sie sind in sonst einer Weise nicht zufrieden mit der Lösung, müssen vorherige Phasen wiederholt werden. Beispielsweise werden in der Ideation-Phase dann noch einmal diverse Ideen gesammelt. Daraus werden dann wieder vereinzelte Lösungsansätze ausgewählt, sodass aus diesen nachfolgend ein Protoyp entwickelt wird. Oder die testende Zielgruppe fühlt sich insgesamt noch nicht ausreichend verstanden. Dann beginnt der Prozess erneut beim Verstehen.[4]

Das wird so lange wiederholt bis sich das Team Schritt für Schritt der idealen Lösung angenähert hat. Diesen Vorgang nennt man Iteration. Demnach wird der Prozess des Design Thinking auch als iterativer Prozess bezeichnet.[5]

Welche Voraussetzungen und Tools unterstützen den Innovationsprozess?

Aus dem vorherigen Abschnitt kennst du nun die einzelnen Phasen des Design Thinking Prozesses. Aber wie oder wodurch kann dieser Prozess unterstützt werden? Und wie fördert man die Kreativität am besten?

Die folgenden Abschnitte geben Einblick über die Voraussetzungen für einen gelungenen Innovationsprozess sowie Beispiele für nutzbare Tools zur Kreativitätsförderung[6]:

Wieso sich Design Thinking in jedem Lebensbereich lohnt

Die Methode findet Anwendung in verschiedenen Bereichen und zu verschiedenen Themen. Beispielhaft werden nachfolgend ihr Nutzen und ihre Anwendbarkeit in einer Tabelle dargstellt:

Nutzen Anwendbarkeit
nachhaltige Teamentwicklung Aufbau von Kundenverständnis
effizientere Innovationsprozesse durch schnelles Feedback Gestaltung neuer Produkte und Dienstleistungen
Kundenloyalität steigern durch Integration Optimierung von Organisationsprozessen
geringe Kosten Erstellen von Marketingkampagnen
Tabelle: Nutzen und Anwendbarkeit von Design Thinking

Als Innovationsmethode definiert sich Design Thinking unter anderem über seine Anwender:innen. Da diese und ihre Probleme sehr unterschiedlich sein können, eignet sie sich für das Finden von Lösung in jedem Lebens(Problem-)bereich.

Wie Bosch Design Thinking für User Experience nutzt

Auch bekannte Firmen nutzen mittlerweile die Design Thinking Technik zur Lösung verschiedenster Probleme oder zur Entwicklung neuer Produkte.

Eine davon ist Bosch. Das Unternehmen nutzt die Technik für eine enge Zusammenarbeit mit ihrer Zielgruppe. Im nachfolgenden Video geben Bosch-Mitarbeiter Einblick darin, wie die Methode in der Firma umgesetzt wird.

Youtube-Video: Design-Thinking bei Bosch – Zwischen Post-Its, Lego und Fritz-Kola[7]

FazitIts’s not about the design

it’s about the thinking!

Die Angst vor Fehlern bringt Menschen dazu, die Risiken im Fokus zu haben – nicht die Möglichkeiten!

Aber aus Fehlern lernt man. Design Thinking gibt den Raum für diese offene Denkweise in einem geführten Prozess. Jeder Prozess-Teil führt zu klaren Ergebnissen, mit denen der nächste Prozess-Schritt beginnt.

Obwohl jede Design Thinking Aktivität darauf ausgerichtet ist, die Erfahrungen der Mitmenschen zu verstehen, verändert sie auch die Erfahrungen und Denkweisen der Innovatoren.


Quellen:

DGO (2017): Der Design Thinking Prozess. In 6 Schritten zum Produkt. Online unter: https://blog.dgq.de/der-design-thinking-prozess-in-6-schritten-zum-produkt/ [Abruf am 31.01.2021]

FAZ (2018): Design-Thinking bei Bosch: Zwischen Post-Its, Lego und Fritz-Kola. Youtube. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=F184mC8K2HI&feature=youtu.be

Kreutzer, Ralf T. (2018): Toolbox für Marketing und Management. Kreativkonzepte, Analysewerkzeuge, Prognoseinstrumente. Berlin: Springer. DOI: doi.org/10.1007/978-3-658-21881-2

Plattner, H.; Meinel, C. u. Weinberg, U. (2009): Design Thinking. Innovation lernen, Ideenwelten öffnen. München: mi.

Schallmo, Daniel (2017): Design Thinking erfolgreich anwenden. So entwickeln Sie in 7 Phasen kundenorientierte Produkte und Dienstleistungen. Wiesbaden: Springer Gabler. DOI: doi.org/10.1007/978-3-658-12523-3


Dieser Beitrag ist im Studiengang Informationsmanagement an der Hochschule Hannover im Rahmen des Kurses Content Management (Wintersemester 2020/21, Prof. Dr.-Ing. Steinberg) entstanden. Die besten Beiträge stellen wir Euch hier in den nächsten Wochen nach und nach vor.

DOI: Ein digitaler Objektidentifizierer

Beitragsbild DOI

Autorin: Sabine Volkmer


In diesem Beitrag geht es hauptsächlich um die Frage:
Was ist ein digitaler Objektidentifizierer und wozu ist er gut?

Inhalt:

Offenbar muss heutzutage fast alles mit Hilfe einer Identifikationsnummer zugeordnet werden. Selbst der Mensch. Jeder kennt z. B. mehr oder weniger auswendig seine eigene, ihm individuell zugewiesene Steuer-, Matrikel- oder Personalausweisnummer. Im Bibliothekswesen und im speziellen bei den Büchern nennt sich diese ISBN (International Standard Book Number) und bei den Zeitschriften ISSN (International Standard Serial Number). Jeder, der sich auch nur sporadisch in Bibliotheken aufhält, hat diese gesehen. Jedoch weiß keiner so genau wie der DOI aufgebaut ist. Der DOI – ausgeschrieben als digitaler Objektidentifizierer verhält sich ähnlich wie eine ISBN/ISSN, weil er statt einem Buch oder einer Zeitschrift ein digitales Objekt eindeutig identifiziert.

Dieser Blogbeitrag handelt von der Geburtsstätte der DOI in den Registrierungsagenturen bis zum Zielobjekt – dem digitalen Objekt. Die drei Buchstaben „D-O-I“ stehen für „Digital Object Identifier“ (Digitaler Objektidentifizierer). Diese Identifikationsnummer gehört jeweils zu einem digitalen Objekt. Dies können u.a. Texte oder digitale Forschungsdaten sein. Aber wozu ist eine Zuordnung überhaupt nötig und warum werden DOIs für das wissenschaftliche Arbeiten so dringend gebraucht?

Studierende wissen, dass alle von ihm zitierten Stellen sich auch im Literaturverzeichnis wieder gefunden werden müssen. Da im wissenschaftlichen Bereich dauerhafte Zitatensicherheit gefordert ist und DOIs sich nicht wie URLs verändern, werden diese anstelle von URLs für Literaturverzeichnisse gemeinhin empfohlen. So können Belege auch nach Jahren überprüft werden, weil auf digitale Objekte nachhaltig und eindeutig zugegriffen werden kann. Jedoch ist dies nicht immer der Fall. So gesehen wird eine DOI für die Identifizierung von physischen, digitalen oder anderen Objekten benutzt und führt den Nutzer direkt zum endgültigen Speicherort des bezeichneten Objektes.

DOI-Vergabe

Es haben jedoch noch nicht alle akademischen Texte eine DOI Nummer auch erhalten und erst seit dem Jahre 2000 werden DOIs für Onlineartikel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften vergeben.[1]EBooks haben ebenfalls in den meisten Fällen eine DOI. Auch verwenden viele wissenschaftliche Verlage DOIs zur persistenten Adressierung ihrer Artikel.[2] Persistenz bedeutet in diesem Fall, dass das digitale Objekt überall wiedergefunden werden kann. Doch wie werden diese nun vergeben? Wird da gewürfelt oder einfach wilde Zahlenreihen ausgelost?

Die Vergabe von DOIs werden von einer amerikanischen Non-Profit-Gesellschaft betrieben. Inzwischen beträgt die Zahl der vergebenen DOIs mehrere Millionen. Die oberste Organisation der DOI ist die „International DOI Foundation“ (IDF). Diese vergibt Lizenzen an über 10 weltweite DOI-Registrierungsagenturen, von denen DOIs erworben werden können. Die wichtigsten Hauptagenturen sind: „Crossref“, „mEDRA“, „Datacite“ (scientific data sets). Von „DataCite“ wird der DOI-Registrierungsservice für Forschungsdaten zur Verfügung gestellt.[3] Die Verteilung der DOIs erfolgt ausschließlich durch die DOI-Registrierungsagenturen, die eine Lizenz von der IDF erworben haben. Somit kann sichergestellt werden, dass Standards von der IDF, eingehalten werden.

Mehr Interaktivität im Kurs Content Management über h5p

h5p für CM

In den letzten Corona-Semestern konnten viele Kurse nur online angeboten werden. Dadurch sind auch im Kurs Content Management in den Studiengängen Informationsmanagement und Informationsmanagement berufsbegleitend einige Screencasts entstanden.

In einem nächsten Schritt haben wir die Screencast-Videos mit Interaktionselementen wie Wiederholungsfragen, Links, Inhaltsübersichten, Checklisten oder kleinen Quizzes über h5p ergänzt:

Inhaltsverzeichnis im Screencast-Video über h5p

Checklist mit h5p
Checkliste über h5p: Wie gut ist Ihr WordPress-Beitrag?

Im aktuellen Wintersemester 21/22 setzen wir die um h5p erweiterten Screencasts für Content Management das erste Mal aktiv in der Lehre ein und sind gespannt auf die Rückmeldung der Studierenden.

Stud.IP und h5p

Bisher fehlte uns eine zentrale Möglichkeiten der Bereitstellung von h5p-Lernmodulen, da unser Moodle diese Funktionalität nicht bietet. Die Erstellung und Bereitstellung von h5p über WordPress funktioniert zwar gut, aber ist etwas weit weg von unseren Lehrinhalten über separat notwendige WordPress-Installationen. Daher freuen wir uns über den Testbetrieb von Stud.IP seit diesem Semester an der Fakultät 3. In Stud.IP ist jetzt direkt in Veranstaltungen die Erstellung und Einbindung von h5p Lernmodulen möglich – ohne Medienbruch durch den Sprung zu einer separaten WordPress-Installation:

h5p Lernmodule in Stud.IP Veranstaltung

Austausch und Kompatibilität von h5p Lernmodulen

Die Kompatibilität und die Standardisierung von h5p Lernmodulen ist besonders hilfreich, wenn man die Lernmodule nachträglich auf verschiedene Arten bereitstellen möchte. Unabhängig davon, in welcher Umgebung h5p Lernmodule erstellt wurden (WordPress, Stud.IP, …), können sie jederzeit per Download und erneuten Upload in ein anderes System plattformübergreifend bereit gestellt und ausgetauscht werden.

Weitere h5p Lernmodule aus Studierendenprojekt

Studierende im Studiengang Informationsmanagement – berufsbegleitend widmeten sich in einem Studierendenprojekt unter Anleitung von Monika Steinberg der Konzeption und Umsetzung von h5p Lernmodulen zu bestehenden Lehrinhalten.

Im Ergebnis entstand eine Liste von möglichen h5p-Elementen und deren Anwendung sowie ein bunter Mix an Beispielen für deren Einsatz. Mehr dazu in einem Beitrag im QpLuS-IM-Blog:
h5p für interaktive Lernressourcen: Ergebnisse eines Studierendenprojekts

Durch guten Content auf Platz 1 im Google-Ranking?

Beitragsbild

Autor*in: Vivien Hirschberger


Frage: Versteht Google meine Inhalte?
Antwort: Nein, noch nicht, aber das lässt sich ändern! Ich zeige dir wie.


Schritt für Schritt zum Ziel


Was ist das Ziel?

Auf der Website befinden sich…
Großartige, Originelle, Ordentliche, Greifbare, Leserliche Ergebnisse!

Und wie erreiche ich dieses?

Indem du deine Inhalte aus SEO-Sicht optimierst! Die nächsten Schritte erklären dir kurz und knapp, was du in Bezug auf deinen Content machen kannst, damit deine Website bei Google eine gute Bewertung erhält. Kommen wir zum Grundlegenden.

Warum sollte ich meine Inhalte für Google optimieren?

Durch Content an die Spitze
Der Weg zu einem besseren Ranking bei Google.

Zuallererst ist es wichtig, dass du den Grund für die Optimierung deiner Ergebnisse verstehst. Siehst du den freundlich lächelnden Smiley? Das bist du. Du hast eine Website, die mit Inhalten gefüllt werden muss. Der Begriff “Inhalt” ist jedoch sehr breit aufgestellt. Also kommen wir zur ersten eigentlichen Frage – welche Inhalte gibt es?

Content über Content

Wie du sicher schon bemerkt hast, wird der Inhalt einer Website meistens auch “Content” genannt. Hinter diesem Begriff verstecken sich allerhand Ergebnisse, die du auf deiner Website veröffentlichen kannst, um deine jeweilige Zielgruppe anzusprechen.

Jede dieser Inhaltsformen bringt besondere Anforderungen mit sich. Im nächsten Schritt erfährst du genauer, was du bei Bildern, Texten und Videos machen kannst, damit Google sagt: “Deine Website hat tolle Inhalte, sie bekommt den ersten Platz!”[1]


Bilder, Texte und Videos aus SEO-Sicht

Selbstverständlich gibt es außer Bildern, Texten und Videos noch weitere Inhalte, die du auf deiner Website platzieren kannst. Bei jeglichem Content ist es allerdings wichtig, dass du darauf achtest, dass dieser den Nutzern einen Mehrwert bietet. Das erreichst du im Allgemeinen, wenn der Inhalt einzigartig und auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtet ist. Dabei soll er bestenfalls zu Interaktionen, wie dem Klicken auf Buttons, Teilen oder Liken von Beiträgen oder dem Ausfüllen des Kontaktformulars führen[2]. Damit du dies in Bezug auf Texte, Bilder und Videos erreichst, gehe ich darauf nun detailliert ein.

Bilder optimieren

Fotos
Durch Bilder auf Platz 1

Es ist wichtig, dass du Bilder auf deiner Website nutzt, da diese zum einen die Optik deiner Seite sehr aufwerten, aber auch wichtige Informationen an den Nutzer bringen können. Das Ranking von bebilderten Websites ist einfach besser.

Dateiformat & Dateigröße  anpassen

In Bezug auf die Ladezeit deiner Website rate ich dir, auf Dateigröße und dennoch gute Qualität der Bilder zu achten. Dazu solltest du hochauflösende Bilder ggf. komprimieren und gängige Dateiformate nutzen, wie:

  • PNG
  • JPG
  • GIF
Richtige Datei-Metadaten nutzen

Wie Google den Inhalt deines Bildes erkennt? Durch den Dateinamen! Deshalb bitte das Motiv immer als Name verwenden und nicht einen Platzhalter, wie “Bild1”.  Trenne mehrere Wörter dabei mit Bindestrichen (keine Unterstriche verwenden!). Ein letzter Tipp zum Dateinamen – vermeide Großbuchstaben, Sonderzeichen und Umlaute.

Bei der Festlegung des Alt- und Title-Tags gibt es allerdings ebenfalls SEO-Möglichkeiten, du du nutzen solltest. Beim Title-Tag bitte den Dateinamen des Bildes verwenden, da Google dadurch einen Blick in den Bildinhalt erlangt. Den Title-Tag kann der Nutzer sehen, indem er mit der Maus über das Bild fährt.

Der Alt-Tag hingegen erscheint dem User, wenn das Bild nicht angezeigt werden kann. Zudem nutzen Programme diesen, um den Inhalt für Sehbehinderte zu umschreiben. Der Tag ist im Allgemeinen dazu da, das Bild thematisch zu beschreiben, sodass Google es einordnen kann. Dabei kannst du zum Beispiel Synonyme gut unterbringen.

Kontext & Thematik

Dein Bild sollte thematisch immer zum restlichen Inhalt deiner Website passen, da Google, wie zuvor erwähnt, den Bildinhalt erkennen kann und das bei dem Ranking der gesamten Seite berücksichtigt. Bei der Bildposition ist es von großer Bedeutung, dass sich das Bild immer auf den jeweiligen Text bezieht.

schummeln geht nicht

Da die Technologien von Google immer besser werden, kann die Suchmaschine mittlerweile, unabhängig von den Metadaten, grob erkennen, was sich auf deinem Bild befindet, sodass die Angabe falscher Metadaten sehr schädlich ist. Auch ist es besser, wenn du die Bilder selbst erstellst und keine Bilder nimmst, die schon sehr viel im Web herumschwirren. Lade jedes Bild aber bitte nur einmal, sonst handelt es sich um Duplicate-Content! Nichtsdestotrotz kannst du es mehrfach einbetten, wenn es passt”[3].

Suchmaschinenoptimierte Texte

Texte als Form des Contents
Mit Texten nach oben klettern

Auch Texte beinhalten einige Aspekte, die du beachten und optimieren solltest, damit deine Website bei Google nach oben klettern kann.

Text ist Text

Egal ob es sich bei deinem Text um eine Produktbeschreibung, einen Blogbeitrag oder Ähnlichem handelt – jeder Text sollte für die Suchmaschine aufbereitet und von dieser verstanden werden, um dein Ranking zu verbessern.

Keywords sind King

Bitte nutze Keywords in deinen Texten. Normalerweise geschieht das fast automatisch, wenn du deinen schriftlichen Content an deiner Zielgruppe ausrichtest. Allerdings solltest du Aspekte, wie die Keyworddichte  besonders beachten.

Die Keyworddichte beschreibt dabei das relative Verhältnis der Keywords zum restlichen Inhalt deines Textes. Diese sollte  ca. 3-4% betragen. Da die Texte in der Regel aber für die Nutzer deiner Website geschrieben werden, ist es ratsam, das Schriftstück nicht zu überladen. Beachte dabei:

  • Keywords in allen Abschnitten & in den Überschriften verwenden
  • Synonyme von Keywords nutzen
  • Kein zwanghafter Einsatz der Keywords
  • Grammatikalische Anpassungen & Füllwörter sind erlaubt
  • Benutzerfreundlichkeit ist das A und O!
Auf den Aufbau kommt es an
Die Hierarchie der Überschriften

Deine Überschriften müssen logisch aufgebaut sein. Dabei gibt es immer nur eine als <h1> (HTML) ausgezeichnete Headline. Anschließend kann es mehrere <h2> geben. Werden Abschnitte darunter nochmals gegliedert, kommen <h3> Überschriften zum Einsatz.

Absätze – nicht nur schick, sondern auch praktisch

Absätze sind nützlich, wenn du die Strukturierung deines Textes und die Lesbarkeit für den Nutzer verbessern möchtest. Zudem kannst du sogenannte Sprungmarken einbinden, damit der User zu bestimmten Textstellen springen kann. Diese sind möglicherweise ebenfalls Teil des Google-Suchergebnisses – eine Win-win-Situation!

Specials – Ausklappbare Elemente, Schriftart & Schriftfarbe

Nutzer lieben ausklappbare Texte, denn sie ermöglichen eine schnelle Navigation und Übersicht deiner Website. Gerade auf den mobilen Endgeräten ist das von großer Bedeutung. Wichtige Inhalte sollten jedoch gut sichtbar sein. Bezüglich der Schriftart und -farbe musst du ein paar Sachen berücksichtigen:

  1. Herkömmliche Browser müssen deine Schriftart darstellen können
  2. Nutzer müssen deine Schrift gut lesen können
  3. Schriftfarbe ungleich der Hintergrundfarbe verwenden
  4. Technisch: Den Text nicht über “display:none” verstecken
Die Länge ist alles (oder doch nicht?)

Bezüglich der Textlänge gibt es keine allgemeine Regel. Stattdessen musst du dich in deine Zielgruppe hineinversetzen und überlegen: “Warum sucht der Nutzer danach? Möchte er Informationen bekommen oder nur eine Transaktion abschließen?” Denn dein Text sollte so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich sein. Das heißt, du musst die Suchanfrage deines Nutzers bestmöglich beantworten, ohne den Text künstlich durch Phrasen etc. zu verlängern [4].

Videos sind nicht gleich Videos

Filme als Form des Contents
Das Ranking pushen durch Videos

Videos können dein Ranking ebenfalls pushen, wenn du weißt wie. Hier ein paar Tipps und Tricks!

Das passende Storytelling

Jedes Video sollte dem Nutzer einen Mehrwert bieten, also inhaltlich wertvoll und aussagekräftig sein. Gestalte die Erzählweise spannend, damit der User lange auf dem Video verweilt, was bei Google und YouTube stark ins Ranking mit einfließt.

Videos zum Mitmachen

Feedback von den Zuschauern in Form von Kommentaren, positiven Bewertungen und Aufrufen wird von Suchmaschinen stark berücksichtigt, weil es einen Einblick in die Qualität und Relevanz des Filmchens gibt. Nichtsdestotrotz musst du dein Video auch aus technischer Sicht etwas aufpeppen, damit es gefunden und thematisch eingestuft werden kann.

Auch hier kommen Keywords zum Einsatz

Bereits zu Beginn solltest du ein Hauptkeyword festlegen. Dies ist dann der zentrale Begriff mit dem du im Ranking gegen Andere antrittst. Der Begriff sollte das Videothema dabei bestmöglich aufgreifen. Tipp: Vergleiche die Synonyme des Begriffs und achte dabei auf ihre Suchbeliebtheit, bzw. das sogenannte Suchvolumen. Das kannst du beispielsweise mit dem Google Keyword-Planner kostenfrei herausfinden.

Den richtigen Namen & Titel finden

Wie bei der Benennung anderer Inhalte ist es essenziell, dass sich der Name auf die Thematik des Videos bezieht und das Keyword enthält. Auch der Titel des Filmchens sollte das Hauptkeyword beherbergen, allerdings möglichst weit vorne, da es dann eine größere Relevanz hat. Beachte:

  • Der Titel sollte den Inhalt optimal benennen & Neugier wecken
  • Gestalte den Titel so kurz, wie möglich (max. 60 Zeichen)
Die Gestaltung der Description

Die Description, übersetzt Beschreibung, ist der begleitende Text deines Videos. Er ist am einfachsten zu indexieren und sollte aus mindestens 150-200 Zeichen bestehen. Nutze hier bitte ebenfalls Keywords! Die Reihenfolge spielt allerdings keine Rolle. Unterstütze dein Hauptkeyword durch Synonyme und Nebenkeywords, da es dadurch thematisch genauer eingeordnet werden kann.

Zusätzlich kannst du die Beschreibung dazu nutzen, um deine Ziele zu erreichen. So kannst du URLs  in ihrer vollen Läge zu Beginn einbinden, damit die User diese möglichst anklicken. Auch Hashtags (#) können zum Beispiel bei YouTube eingebunden werden und dienen dann automatisch als Links zur Suchergebnisseite. Die Hashtagverwendung bringt folgende Tipps mit sich:

  1. Die Hashtags müssen zum Inhalt passen
  2. Nicht mehr als 15 Stück verwenden
  3. Vor allem bei aktuellen Themen nutzen
Der erste Eindruck zählt – das Thumbnail

Das Vorschaubild muss so gestaltet sein, dass es den Nutzer neugierig auf den Inhalt des Videos macht. Dabei sollte es in Kombination mit dem Titel den Inhalt bzw. die Thematik ansprechend und bestmöglich veranschaulichen.

Videos überall

Internetseiten mit bewegtem Content erhalten bei Google eine größere Relevanz, als Seiten, die nur Text beinhalten. Deshalb bietet es sich an, eigene Videos auf der Website zu platzieren. YouTube kannst du in dem Fall gut als Hoster gebrauchen. Bestenfalls erscheinst du mit dem Video dadurch in den Google-Suchergebnissen mitsamt des Thumbnails. Folgendes kannst du zusätzlich machen:

  • Nutze zusätzliche Portale & Netzwerke, um Nutzer zu erreichen
  • Mache Werbung für dein Video über Social Media Kanäle

Es gibt auch  die Möglichkeit des Erwerbs von Reichweite, indem du Geld investierst [5].


Content Marketing – eine moderne Disziplin

Die Contentoptimierung in Bezug auf Internetseiten ist mittlerweile ein großer Bestandteil im Arbeitsleben von vielen SEO-Spezialisten geworden. Zum Abschluss hast du hier einen kleinen Überblick, was hinter diesem riesigen Bereich genau steckt und warum das Content Marketing so wichtig ist.


Ein kleines Quiz – teste dich!


Viel Erfolg!

Ich hoffe, dass du mit Hilfe von diesem Beitrag deinem Traum, ganz oben in den Suchergebnissen bei Google zu sein, ein Stückchen näher gekommen bist. Natürlich gibt es keinen goldenen Weg, da sich Technologien fortwährend weiterentwickeln und verändern. Doch hab Geduld, die Arbeit lohnt sich!


Quellen

1 Vgl. SEO-Küche: Was ist Content? Online unter https://www.seo-kueche.de/lexikon/content/ [Abruf 20.05.2020]

2 Vgl. textbroker: Suchmaschinenoptimierung von Content. Online unter https://www.textbroker.de/suchmaschinenoptimierung-von-content [Abruf 20.05.2020]

3 Vgl. t3n (2017): Bilder-SEO: Mit optimierten Bildern das Google-Ranking pushen. Zuletzt aktualisiert am 12.09.2017. Online unter https://t3n.de/news/bilder-seo-optimierten-bildern-855423/ [Abruf am 20.05.2020]

4 Vgl. Dziki, Luisa (2018): How To: So schreibst du einen SEO-Text. Herausgegeben von: Seokratie GmbH. Zuletzt aktualisiert am 06.09.2018. Online unter https://www.seokratie.de/seo-texte-schreiben/ [Abruf am 27.05.2020]

5Vgl. how2 AG (2014): Videos selbst Optimieren: Die 10 wichtigsten Punkte für ein besseres Ranking auf Google und YouTube. Zuletzt aktualisiert am 07.09.2014. Online unter https://how2.expert/blog/erklaervideo-video-seo.html [Abruf am 27.05.2020]


Dieser Beitrag ist im Studiengang Informationsmanagement an der Hochschule Hannover im Rahmen des Kurses Content Management (Sommersemester 2020, Andre Kreutzmann) entstanden.

Die besten Beiträge stellen wir Euch hier in den nächsten Wochen nach und nach vor.